Acht Referenten aus Justiz, Baurecht und Bautechnik.
Kompetenz können Sie nicht prüfen. Eine Funktion schon. Deshalb steht auf dieser Seite bei jedem Namen, wo diese Person arbeitet, wenn sie nicht gerade unterrichtet.
Wo diese acht nachprüfbar sind
- Oberlandesgericht Graz
- Bezirksgericht Weiz
- Prüfstelle BPS Linz
- Zwei Rechtsanwaltskanzleien
- Liste der gerichtlich zertifizierten Sachverständigen
Jede dieser Stellen ist öffentlich und lässt sich nachschlagen, ohne uns zu fragen.
Keiner von ihnen lebt vom Unterrichten.
Sie unterrichten neben ihrem Hauptberuf, und genau darin liegt der Wert. Ein hauptberuflicher Trainer kann Ihnen erzählen, wie eine Tagsatzung abläuft. Ein Richter kann Ihnen sagen, was er dabei denkt. Bei jedem der acht steht deshalb nicht, was er kann, sondern was Ihnen seine Sicht bringt.
Referenten
Modul 1Mst. Ing. Mario J. Tomasek
Pflasterermeister und Gerichtssachverständiger
Er ist selbst eingetragen und hat den Weg hinter sich, den Sie vor sich haben. Das macht ihn zum einzigen Referenten, der beide Seiten kennt: den Betrieb, aus dem Sie kommen, und die Rolle, in die Sie wollen. In seinem Modul geht es deshalb nicht nur um den Aufbau eines Gutachtens, sondern um die Stellen, an denen es später angegriffen wird: Gebührennote, Gebühreneinspruch, Revision, die Vorbereitung auf die Tagsatzung. Wer eine Gebührennote schon einmal gegen einen Einspruch verteidigt hat, erklärt anders, woran sie scheitert.
Verantwortlich fürGutachtenerstellung, Ethik und Sachverständigenpraxis
Modul 2Stefan Grabler, MSc
Kommunikationstrainer und Profiler
Ein Gutachten ist erst fertig, wenn es verstanden wurde. Zwischen dem, was Sie schreiben, und dem, was im Saal ankommt, liegt eine Strecke, um die sich sonst niemand kümmert. In seinem Modul geht es um diese Strecke: Wahrnehmungskanäle, Eigen- und Fremdwahrnehmung, klare Gesprächsführung, dazu die digitale Seite der Arbeit bis hin zum rechtskonformen Einsatz künstlicher Intelligenz. Wer sein Fach beherrscht, hat die eigene Wirkung darauf selten geübt. Das Programm behandelt sie deshalb als eigenes Modul und nicht als Randnotiz.
Verantwortlich fürKommunikation, Wahrnehmung und digitale Arbeitskompetenz
Modul 3Mag. Alfred Tanczos
Richter am Oberlandesgericht Graz
Er entscheidet über Gutachten, statt sie zu schreiben. Das ist der Unterschied, um den es auf dieser Seite geht: Ein Richter am Oberlandesgericht liest ein Gutachten als Entscheidungsgrundlage, nicht als Fachtext. Über das Thema hat er auch ein Buch geschrieben, „Sachverständige und ihre Gutachten". In seinem Modul erfahren Sie, welche Erwartung das Gericht an Sie hat, wie eine Verhandlung mit Ihnen abläuft und wo zwischen Sachverständigen, Richtern und Anwälten die vermeidbaren Reibungsverluste entstehen.
Verantwortlich fürRolle, Verantwortung und Qualität im Bauprozess
Modul 4Ing. Karl Heinz Mader
Prüfstellenleiter BPS Linz
Er leitet die Stelle, die die Befunde liefert, auf die sich Ihr Gutachten stützt. Damit kennt er die Grenze, um die es geht: was ein Prüfbericht tatsächlich aussagt und was ein Gutachter daraus ableiten darf. Sein Modul unterscheidet Brauchbarkeit, Tauglichkeit und praktische Eignung, ordnet Prüflabore, Prüfmethoden und Laborbefunde ein und behandelt die Prüfanstalt als das, was sie im Verfahren ist: ein externer Dienstleister, dessen Kosten Sie ankündigen müssen, bevor Sie ihn beauftragen.
Verantwortlich fürBaustoffprüfung, Produktbewertung und externe Prüfinstanzen
- DTPorträt folgtModul 5
Mag. Dalia Tanczos
Vorsteherin des Bezirksgerichts Weiz
Als Vorsteherin leitet sie ein Gericht, sieht also nicht nur die einzelne Verhandlung, sondern den Betrieb dahinter. In ihrem Modul geht es um die Abgrenzung der Rolle: Der Sachverständige ist weder Partei noch Parteienvertreter noch Zeuge, und wer diese Grenze verwischt, verliert seine Stellung im Verfahren, bevor über die Sache gesprochen wird. Sie erklärt, welche Aufgabe der Gutachter im Zivilverfahren hat und wie professionelles Verhalten gegenüber Gericht und Verfahrensbeteiligten aussieht.
Verantwortlich fürZivilprozessuale Grundlagen und Rollenverständnis im Verfahren
Modul 6Dr. Michael Langhofer
Rechtsanwalt für Baurecht
Er vertritt Parteien im Baurecht, arbeitet daneben in Strafsachen, Mietsachen und im Vertragsrecht. Das heißt im Klartext: Er ist derjenige, der ein Gutachten angreift, wenn es seiner Partei schadet. Dass ausgerechnet er das Modul über Grenzen, Belastung und Selbstverständnis hält, ist kein Zufall. Wer wissen will, wie Druck im Verfahren entsteht und wie man mit Kritik am eigenen Gutachten umgeht, fragt am besten den, der ihn erzeugt.
Verantwortlich fürGrenzen, Belastung und Selbstverständnis des Sachverständigen
Modul 7Mag. Bernhard Scharmüller
Rechtsanwalt
Sein Schwerpunkt liegt im Bau- und Bauwirtschaftsrecht, dazu Vergaberecht und Verwaltungsrecht. Er zeigt Ihnen den Teil der Arbeit, der nicht vom Gericht kommt: das Privatgutachten, den Sachverständigen als Dienstleister vor dem Verfahren. Ein Anwalt beauftragt es, um eine Prozessstrategie zu bauen, einen Vergleich zu verhandeln oder einen Anspruch vorab zu prüfen. Wer weiß, wofür so ein Gutachten gebraucht wird, schreibt eines, das brauchbar ist, statt eines, das nur vollständig ist.
Verantwortlich fürVorprozessuale Sachverständigentätigkeit
Modul 8Mag. Nicole Pohn
Juristin und Versicherungsexpertin
Sie kommt aus dem Versicherungsrecht und behandelt die Frage, die am Ende jedes Gutachtens steht: die Haftung für das eigene Vermögen und für den bestehenden Betrieb. Ihr Modul trennt Rechtsschutz und Haftpflicht, die im Alltag leicht verwechselt werden, und erklärt Deckung, Verteidigung und Schadenabwehr an der beruflichen Praxis. Wer die Deckungsfrage kennt, bevor der erste Schadensfall kommt, unterschreibt einen Gutachtensauftrag mit anderem Blick.
Verantwortlich fürVersicherungsschutz für Sachverständige
Auswahl
Ein einzelner Trainer kann sieben dieser Blickwinkel nicht liefern.
Ein Verfahren hat mehrere Beteiligte, und jeder sieht Ihr Gutachten anders. Das Gericht prüft die Schlüssigkeit, der Anwalt der Gegenseite sucht die Lücke, die Prüfstelle liefert die Zahlen, die Versicherung fragt nach der Deckung. Wer nur von einer dieser Seiten lernt, lernt eine Meinung. Wer von allen lernt, sieht das Verfahren.
Deshalb ist die Aufteilung ein Modul pro Person und nicht ein Lehrgang mit Gastauftritten. Jeder der acht verantwortet genau ein Modul und steht mit seinem Namen darauf, auch auf dem Zertifikat.
Was diese acht Menschen nicht leisten
Keiner von ihnen kann Ihnen die Eintragung verschaffen. Über Ihre Sachkunde entscheidet die Zertifizierungskommission beim zuständigen Landesgericht, und dort ersetzt keine Ausbildung die Prüfung. Die acht unterrichten außerdem neben ihrem Hauptberuf: deshalb liegen die Termine am Wochenende, und deshalb sind es sieben und nicht zwanzig. Wenn ein Referent wechselt, sagen wir das den Teilnehmern eines laufenden Durchgangs, statt es auf der Website stehen zu lassen.
Prüfen Sie die Namen, dann sprechen wir.
Jede der acht Funktionen ist öffentlich nachschlagbar. Nehmen Sie sich die zehn Minuten, das ist genau die Sorgfalt, die Sie später beruflich anwenden. Wenn danach noch Fragen offen sind, beantworten wir sie im Gespräch.

