SV Know-How

Die Ausbildung, berufsbegleitend in eineinhalb Jahren.

Die Sachverständigenausbildung umfasst acht Module und 185 Lehreinheiten an sieben Wochenenden. Dazwischen lernen Sie von zu Hause aus, der Betrieb läuft weiter.

Eine behandschuhte Hand drückt ein Feuchtigkeitsmessgerät mit zwei Elektrodenspitzen gegen eine Wand. Rund um die Messstelle ist der Putz dunkel verfärbt, daneben liegen weiße Ausblühungen. Von links fällt Fensterlicht auf die Wand.

Was Sie können, steht nicht im Lehrplan. Was Ihnen vor Gericht fehlt, schon.

Kein Modul erklärt Ihnen Ihr Handwerk. Die acht Module behandeln das, was zwischen Ihrem Befund und einer belastbaren Schlussfolgerung liegt: Struktur, Verfahren, Gebühren, Haftung und die Frage, wie das Ergebnis bei Gericht ankommt.

Modul 1 nennt das Zertifikat ausdrücklich das Kernmodul. Es ist deshalb das einzige, das hier ganze Breite bekommt.

  1. Modul 3

    Rolle, Verantwortung und Qualität im Bauprozess

    Gerichtliche Anforderungen an Gutachter und die Zusammenarbeit im Bauprozess.

    Gutachterliche Praxis vor Gericht

    • Rolle, Auftreten und Verantwortung des Sachverständigen in der Verhandlung.
    • Grundlagenwissen für eine klare, objektive und verfahrensdienliche Gutachtertätigkeit.
    • Zusammenarbeit zwischen Sachverständigen, Richtern und Rechtsanwälten ohne unnötige Reibungsverluste.

    VerantwortlichMag. Alfred TanczosRichter am Oberlandesgericht Graz

  2. Modul 5

    Zivilprozessuale Grundlagen und Rollenverständnis im Verfahren

    Die Funktion des Sachverständigen im Zivilprozess und im Zusammenspiel der Verfahrensbeteiligten.

    Rollenverständnis im Zivilverfahren

    • Aufgabe und Stellung des Gutachters im gerichtlichen Verfahren.
    • Abgrenzung zu Parteien, Parteienvertretern und Zeugen.
    • Professionelles Verhalten gegenüber Gericht und Verfahrensbeteiligten.

    VerantwortlichMag. Dalia TanczosVorsteherin des Bezirksgerichts Weiz

  3. Modul 7

    Vorprozessuale Sachverständigentätigkeit

    Die Perspektive der anwaltlichen Parteienvertretung auf vorprozessuale und gerichtliche Gutachtertätigkeit.

    Sachverständige vor und im Verfahren

    • Der Sachverständige als vorprozessualer Dienstleister.
    • Bedeutung des Sachverständigen für Prozessstrategie, Vergleich und Anspruchsprüfung.
    • Der Sachverständige im Spannungsfeld der Parteienvorbringen.

    VerantwortlichMag. Bernhard ScharmüllerRechtsanwalt

Ablauf

Zwischen den Wochenenden

150 der 185 Lehreinheiten laufen als Home- und E-Learning. Das ist nicht das Beiwerk, sondern der größere Teil: vier von fünf Einheiten machen Sie dort, wo Sie ohnehin sind. Bleiben 35 Einheiten für die sieben Wochenenden.

Wer diesen Teil liegen lässt, kommt am Wochenende nicht mit. Das ist der ehrlichste Satz, den wir zum Zeitaufwand sagen können.

Wann sich die Teilnahme lohnt, und wann wir abraten.

Ein Durchgang dauert eineinhalb Jahre. In dieser Zeit sitzen Sie an sieben Wochenenden nicht im Betrieb und nicht zu Hause. Deshalb steht hier beides: wofür sich das rechnet und wann Sie Ihr Geld besser behalten.

Die Teilnahme lohnt sich, wenn

  • Sie die Praxisjahre nach § 2 SDG beisammen haben oder absehbar erreichen: zehn Jahre in verantwortlicher Stellung, fünf mit einem einschlägigen Hochschulstudium oder einer berufsbildenden höheren Schule. Eine HTL zählt hier mit.
  • Sie ein zweites Standbein wollen, das nicht an der Baukonjunktur hängt.
  • Sie sieben Wochenenden über eineinhalb Jahre freihalten können und dazwischen regelmäßig lernen.
  • Sie damit rechnen, dass am Ende jemand anderer über Ihre Sachkunde entscheidet, und sich darauf vorbereiten wollen.

Wir raten ab, wenn

  • Sie Ziviltechniker sind. Nach § 4a Abs. 2 SDG sind Sie von der Sachkundeprüfung befreit und gehen über Ihre Kammer. Das Programm löst ein Problem, das Sie nicht haben.
  • Sie erwarten, dass die Teilnahme die Eintragung bringt. Sie bringt sie nicht.
  • Ihnen die Praxisjahre noch um Jahre fehlen. Dann ist die Ausbildung nicht falsch, nur zu früh. Melden Sie sich, wenn die Frist näher rückt.
  • Sie ein Wochenendseminar suchen. Eineinhalb Jahre neben dem Betrieb sind etwas anderes.
  • Sie die Qualifikation für den deutschen Markt brauchen. Dann ist ein Anbieter nach ISO/IEC 17024 der richtige Weg, nicht dieser.

Uns ist ein Nein vor dem Start lieber als ein Abbruch im dritten Quartal.

Prüfen lassen, ob es passt

Was im Beitrag steckt, und woran Sie ihn messen können.

Auf dieser Seite steht kein Preis, und dafür gibt es einen Grund, den Sie nachrechnen können: Ein Durchgang läuft über eineinhalb Jahre mit sieben Wochenenden in wechselnden Häusern. Was ein Wochenende kostet, hängt am Haus und am Bundesland. Sie bekommen den Beitrag deshalb schriftlich und vollständig, bevor Sie sich festlegen.

Woran sich der Wert bemisst

Was eine Stunde als Sachverständiger wert ist, verhandelt bei Gericht niemand. Es steht im Gesetz.

§ 34 GebAG kennt drei Gebührenklassen und staffelt sie nach Qualifikation: 29 bis 87, 72,50 bis 145 und 116 bis 217,50 Euro je Stunde.

Quelle: § 34 GebAG in der Fassung BGBl. II Nr. 430/2023, gültig seit 1. Jänner 2024

Die Ausbildung hebt Sie in keine dieser Klassen. Sie bereitet auf die Prüfung vor, die darüber mitentscheidet.

Nicht im Beitrag enthalten

  • Die Gebühren des Eintragungsverfahrens. Die fallen beim Gericht an, nicht bei uns.
  • Ihre Anreise zu den sieben Wochenenden.
  • Die Haftpflichtversicherung, die § 2 SDG für die Eintragung verlangt. Modul 8 sagt Ihnen, worauf Sie beim Abschluss achten.

Was Sie gleich mitschicken können

Beruf und Gewerbe, Jahre in verantwortlicher Stellung, Bundesland. Mehr brauchen wir für die erste Einschätzung nicht.